Vom Schlachtfeld zum idyllischen Park

Im Jahr 2013 jährt sich die Völkerschlacht in Leipzig zum 200. Mal. Aus diesem Grund war der Gedanke entstanden, sich in Vorbereitung des Gottesdienstes für Entschlafene auf einem ehemaligen Schlachtfeld zu treffen.

Unter dem Motto „gemeinsam statt allein“ trafen sich am Sonntag, 23. Juni 2013 im Park an der Etzoldschen Sandgrube einige Geschwister der Gemeinde Leipzig-Plagwitz zum Gemeindenachmittag.

Zu Beginn des Rundgangs durch den Park gab unser Priester i.R. Wagner einen kurzen Einblick in die Geschichte des Parks.

„Der Park ist heute ein idyllischer Ort. Er birgt aber auch Zeugnisse dramatischer Geschichte. Nachdem das Gelände im Oktober 1813 Schlachtfeld gewesen war, lieferte die hiesige Sandgrube des Besitzes Etzold einhundert Jahre später Baumaterial für das benachbarte Völkerschlachtdenkmal.
Im Frühjahr 1968 wurden in der über zehn Meter tiefen Grube die Schuttmassen der gesprengten Paulinerkirche verscharrt. Nach der Paulinerkirche brachte man auch die Trümmer der übrigen, teilzerstörten Bauten der Universität auf die Deponie, darunter die des Augusteums. Die im Jahr 1978 gesprengte Markuskirche in Leipzig-Reudnitz gehörte zu den letzten Gebäuden, deren Trümmer auf die Deponie kamen.
1985 wurde mit der Gestaltung des Geländes zu einem Park begonnen. Der Trümmerhügel erhielt auf seinem Gipfel einen „Richtungsstein“, der auf die sichtbaren Dominanten der Umgebung hinweist.
Seit 2008 plante die Stadt Leipzig, am Ort der Trümmer dauerhaft an das Geschehen von 1968 zu erinnern.“ [Quelle: Stadt Leipzig, Dezernat Umwelt, Ordnung, Sport, Amt für Stadtgrün und Gewässer; Flyer: Park an der Etzoldschen Sandgrube mit Gedenkort]

Gemeinsam gingen wir durch den Park, am „Richtungsstein“ und an einer Informationstafel vorbei hinauf zum Plateau, wo sich seit 2011 der Gedenkort an das Geschehen von 1968 befindet. Eine wunderbare Aussicht eröffnete sich uns, vor allem auf das nicht weit entfernte Völkerschlachtdenkmal.

Priester i.R. Wagner erzählte noch einiges Interessante über die Völkerschlacht, bei der zehntausende Menschen ihr Leben gelassen haben. Kurz gedachten wir der vielen Menschen, die seitdem in die jenseitige Welt gezogen sind. Gemeinsam machten wir uns dann wieder auf den Weg „Berg ab“.

Ein Teil der Geschwister besuchte im Anschluss ein Restaurant, um noch bei Kaffee, Kuchen und/oder Eis Gemeinschaft zu pflegen.

Für alle war es ein interessanter und schöner Nachmittag.

G.W.