Eine Hoch-Zeit erleben – nicht nur am Tag der Trauung von Benjamin und Luisa Cramer am 30.07.2016

„Lasst uns aufeinander Acht haben und uns anreizen zur Liebe und zu guten Werken.“ (Hebräer 10,24)
 

Stellen wir uns ein Teelicht vor. Aus drei Teilen besteht so ein Teelicht: dem Docht, umschlossen vom Wachs, beides zusammengehalten von der Schale. Damit ein Teelicht brennen kann, müssen die Bestandteile im Gleichgewicht sein, denn weder Docht noch Wachs brennen, wenn sie alleine sind, aber zusammen kann dieses wunderschöne Licht entstehen. So muss miteinander gewirkt werden. Und wenn es wirklich heiß wird, alles Wachs schmilzt, dann ist die Schale notwendig, um das Teelicht beieinander zu halten.

Mit diesem Bild brachte unser Evangelist Langheinrich die Notwendigkeit des Aufeinander-Acht-Gebens zum Ausdruck. In einer Ehe müssen beide Partner der Liebe Raum geben und gleichzeitig sich selbst einbringen, damit die Flamme der Liebe brennen kann. Die Schale, in der das Teelicht brennt, ist dabei ein Bild für die Hände Gottes, in die die Beziehung des frischen Ehepaares hineingelegt werden sollte. Gott möchte seinen Segen schenken. Diesen Segen kann nur er geben, weil er zu der Beziehung von Benjamin und Luisa „ja“ gesagt hat.

Es war ein Festtag in der Gemeinde Leipzig-Plagwitz, wie es auch im Eingangslied „Gott, unser Festtag ist gekommen“ besungen wurde. Feierlich angezogen und zu der Melodie des Hochzeitsmarsches kamen Benjamin und Luisa Cramer nach vorne, um ihren Traugottesdienst zu erleben. Evangelist Langheinrich las dazu das oben beschriebene Wort aus dem Hebräerbrief vor.

Was heißt es, einander anzureizen zur Liebe? Die Antwort darauf liegt in einer Frage. Oft fragen sich die Menschen: „Was muss ich tun, um glücklich zu werden?“ Einander zur Liebe anzureizen lässt die Eheleute diese Frage umformulieren: „Was muss ich tun, um glücklich zu machen?“ In einer Ehe geht es also nicht darum, die Defizite des anderen anzuklagen und auf seinen Bedürfnissen zu beharren, sondern sich mit Freude zu ergänzen und seine Bedürfnisse auszudrücken, während man auf die des Partners eingeht. Unser Vorbild dafür ist Jesus Christus. Indem wir versuchen, wie er auf die Wünsche des Partners einzugehen, wachsen daraus ganz automatisch die guten Werke.

Liebe braucht Raum, um zu wachsen. In der Ehe heißt das, den Segen Gottes mitzunehmen, der dabei hilft, richtige Entscheidungen zu treffen, Mut gibt, offen miteinander zu sprechen, und manchmal Verständnis für den anderen ohne viele Worte schenkt. Dann entsteht dieser Raum, so wie das Kirchenschiff Raum für die Musik gab, die den Traugottesdienst untermalte. Das „Herr, sei du vor uns und leite uns“, gesungen von einem Quartett, brachte den Wunsch nach Gottes Nähe zum Ausdruck.

Nachdem Orgel und Horn zusammen eindrucksvoll ein Abschlusslied spielten, drehte sich ein strahlendes Ehepaar zu der Gemeinde um. Es war schön den Segen Gottes darin geradezu ablesen zu können.