Gottesdienst für Hörgeschädigte

„Wir haben die Erde nicht von unseren Eltern geerbt, sondern von unseren Kindern geliehen“

so zitierte der Vorsteher der Gemeinde Leipzig-Plagwitz einen alten Indianderspruch zum 1. Gottesdienst mit Hörgeschädigten am 05. Mai in Leipzig-Plagwitz. Sichtbar und Unsichtbar – unter dieser Überschrift fand am 05. Mai der erste Gottesdienst mit Hörgeschädigten in der Gemeinde Leipzig-Plagwitz statt. Ein spannendes Thema. Jesus Christus ist Schöpfer in der Einheit mit Gott, dem Vater und Gott, dem Heiligen Geist. Er schuf Himmel und Erde, das Sichtbare und das Unsichtbare, die diesseitige Welt und das Jenseits. Für uns Christen hat dieses Wort zwei Aspekte: Die sichtbare Schöpfung Gottes gilt es zu pflegen und zu bewahren; als Christen tragen wir eine große Verantwortung für die göttliche Schöpfung, so der Vorsteher der Gemeinde. Wir wollen zum Umwelt- und Naturschutz unseren Teil beitragen. Neben dem Sichtbaren gibt es aber auch die unsichtbare Schöpfung. Diese ist dem menschlichen Auge verborgen und erschließt sich nur dem Glaubenden. Dieser Glaube führt uns dazu, unser Leben nicht nur auf das materielle, Vergängliche auszurichten, sondern auch auf das Geistige. Es gilt also Prioritäten in unserem Leben zu setzen. Da der Mensch aus Leib, Seele und Geist besteht, ist er Teil der sichtbaren und unsichtbaren Schöpfung; er Leib vergeht, Seele und Geist leben ewig. Gott ist in Jesus Christus Teil des Sichtbaren geworden. Durch den Glauben an Ihn und die Nachfolge, kann der Mensch in die ewige Gemeinschaft mit Gott zurückgeführt werden. Im neuen Himmel und der neuen Erde, die Gott schaffen wird, wird sich Sichtbares und Unsichtbares vereinen. Gott wird dann sein alles in allem. Priester Stefan Gerisch wurde zum Mitdienen an den Altar gerufen. Er unterstrich in   seinem Mitdienen die vorigen Gedanken. „Die Hörgeschädigten können die gesprochenen Worte nicht hören, obwohl sie da sind. Sie müssen glauben, was der Übersetzer Ihnen in Gebärdensprache übersetzt. So ist es auch mit dem Sehen - die unsichtbare Welt ist da, auch wenn wir sie nicht sehen, so sein Gedanke. Der Gottesdienst wurde musikalisch umrahmt; auch das gemeinsam mit der Gemeinde gebärdete Lied fand seinen Platz. Nach der Feier des Heiligen Abendmahl beauftragte der Vorsteher die  Schwester Friederieke Schmidt, als Lehrkraft in der Vorsonntagsschule. „Die Kinder haben einen wichtigen Platz in der Gemeinde; lass sie fühlen, dass Jesus Christus und die Gemeinde sie lieb haben“.
Der Vormittag klang bei gemeinsamen Mittagessen und Gemeinschaftspflege aus.